Gutmenschen Bullshit verdammter!
Bob Geldof ist einer der Guten. Er will Armut Geschichte werden lassen. Heldenhaft organisiert er Live-Aid Konzerte. Überrumpelten Politikern entlockt er das eine oder andere Versprechen. Früher sang Bob „I Don’t Like Mondays“, heute weint er wegen hungernder Kinder in Afrika.Wenn er nicht gerade weint oder sich über seinen Wohlstand schämt macht Bob Geldof alle möglichen guten Sachen. Gestern durfte er sogar den Platz des Chefredaktors bei der deutschen Bild einnehmen. Sein Blatt wurde heute massig verkauft. Er ist eben ein lieber Junge, der Bob.
Schade nur, dass in dem Blatt mehr Müll steht als auf irgendeiner Müllhalde in irgendeiner afrikanischen Stadt. Da werden obskure Organisationen wie World-Vision empfohlen, die niemandem helfen, weil es nichts bringt einem einzelnen Kind etwas zu geben. Ein „Afrikanisches“ Model wird nackt gezeigt, schliesslich sind schwarze Models auch hübsch (und in Afrika praktischerweise dünn). Es wird der sofortige Bau von was weiss ich wie vielen Brunnen gefordert. Ausserdem braucht es Geld für Afrika. Die ganzen korrupten Politiker haben ja noch zuwenig.
Das lächerlichste dabei ist, dass Geldof nach all den Jahren in denen er seinen Scheiss schon macht immer noch nicht geschnallt hat, dass es kein „Afrika“ gibt. Warum wird in entwicklungstechnischer Hinsicht in Deutschland zwischen Ost und West unterschieden, während ein Kontinent dreimal so gross wie Europa mit 53 Staaten als ein grosses ganzes angesehen wird? Natürlich hat „Afrika“ Probleme. Aber die sind regional. Nicht alle Afrikaner hungern, nicht alle haben Durst, nicht alle haben Krieg, nicht alle haben zuwenig Ressourcen usw.Entwicklungshilfe ist zum einen schwierig, weil alles Licht auch Schatten wirft. Der neue Brunnen in einem Dorf in der Wüste lockt Nomaden mit tausend Tieren an, führt zu Streit und mit etwas Pech zu kämpferischen Auseinandersetzungen. Ein Wasserprojekt in einem trockenen Gebiet bringt vielleicht die Malaria. Essen das verteilt wird schwächt die lokale Wirtschaft.

„Hilfe“ ist ein schwieriges Geschäft, das Leuten überlassen werden sollte, die in ihrem Leben mehr gemacht haben als an irgendwelchen Gigs auf ihrer Gitarre rumzuschrubben.
Also Bob, wenn du dies liest (jaja…). Es ist okay, dass du so ein lieber Junge bist. Es ist okay, wenn du weinen musst, okay wenn du alle armen Kinder eigenhändig füttern willst. Aber bitte, bitte überlass die Arbeit den Erwachsenen. Vielleicht darfst du dann auch mal ein armes Kind adoptieren. Wenn dir Angelina eins abgibt.
Ach und….. bitte halte dich doch von Zeitungsredaktionen fern.
Danke. Hast das Herz am rechten Fleck.
Links:
- Bild.de mit dem ganzen Grauen
- Die rührende Geschichte von Bob auf Wikipedia





