Wenn Geschlechterforscher denken
In den letzten paar Monaten gab es viele Studien zu den "biologischen" Unterschieden zwischen Mann und Frau. Da behaupteten Forscher allen ernstes, Männer hätten schon in ihrer DNA eine Präferenz für die Farbe Blau. Oder Frauen seien von Natur aus mitfühlender. Begründet wird das ständig mit unseren Vorfahren, die angeblich in der afrikanischen Savanne von der Natur so "geformt" wurden. Dass die Evolution ziemlich läppisch dastehen würde, wenn unsere Gene nach hundertausend Jahren immer noch vom Überlebenskampf im Busch geprägt wären, scheint niemandem aufzufallen.
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Eine Forschergruppe aus Toronto hat jetzt endlich geschafft, die Savanne zu vergessen und etwas weiterzudenken. Die Gruppe untersuchte das Sichtfeld von Mann und Frau. Bei einem konkreten Test sollten die Geschlechter, nach einem kurzen Blick auf eine Menge von identischen Gegenständen, den Gegenstand bennen, der anders war. Dabei waren die Männer erfolgreicher als die Frauen.
An dieser Stelle hätte der normale Bullshitwissenschaftler aufgegeben und erklärt dass dies an der Jägertätigkeit der Steinzeitmänner liegt. Danach hätte er bewiesen dass Frauen deswegen shoppen gehen, weil sie schon immer für die Küche und somit fürs Sammeln von Früchten verantwortlich waren..
In Toronto kam den intelligenten Leuten in den Sinn, eine Kontrollgruppe zehn Stunden einen Egoshooter zocken zu lassen, um sie danach nochmal zu testen. Und siehe da! Plötzlich waren Männer und Frauen GLEICH GUT. Und nicht nur das.. diese Kontrollgruppe war es auch nach fünf Monaten noch.
Das beweist dass gerade das Sichtfeld, welches ja schon für allerhand biologische Unterschiede hinhalten musste, von dem was wir tun bestimmt wird. Es lässt sich trainieren und es ist unabhängig vom Geschlecht.
Nicht dass dies eine grossartige Neuigkeit darstellt, wenn man etwas Ahnung von Sexismus hat. Trotzdem tut es gut zu wissen, dass es noch WissenschaftlerInnen gibt, die diese Bezeichnung verdienen.
Wieso die meisten anderen WissenschaftlerInnen auf dem Gebiet nämlich ständig Quatsch erzählen, bleibt der denkenden Welt ein Rätsel. Ob es an den Genen liegt?
Bullshit:
Pink for a girl, blue for a boy
Kein Bullshit:
Nurture Strikes Back - Die Studie aus Toronto


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